GESELLSCHAFTLICH WIRKSAM WERDEN

Das INSTITUTO MAHLE unterstützt bereits seit seiner Gründung im Jahr 2007 zivilgesellschaftliche Initiativen in Brasilien, die sich um die Gesundheit von Mensch und Natur kümmern. Auch im zweiten Coronajahr hat die brasilianische Partnerorganisation von der MAHLE-STIFTUNG geförderte Vorhaben begleitet, die nicht nur kurzfristige Hilfe leisteten, sondern auch eine langfristig positive Entwicklung ermöglichen.

Das zweite Jahr der Pandemie in Brasilien war geprägt von Instabilität und Unsicherheit. Bis dato sind über 619.000 Menschen an Covid-19 gestorben. Fast 20 Millionen Menschen (etwa 10 Prozent der Bevölkerung) gaben an, in diesem Zeitraum Hunger gelitten zu haben. Mehr als 116 Millionen Brasilianerinnen und Brasilianer waren von Ernährungsunsicherheit betroffen. Die Lebensmittelpreise sind seit Beginn der Pandemie um mehr als 15 Prozent gestiegen, die Zahl der Arbeitslosen hat sich deutlich erhöht (auf 14,2 Millionen) und viele Menschen, die ihre Wohnungen oder die Voraussetzungen für ein mietfreies Leben verloren haben, leben nun auf der Straße.

Die Bevölkerung hatte auch mit einem katastrophalen Krisenmanagement durch die Behörden zu kämpfen: So gab es beispielsweise Verzögerungen beim Kauf von und der Versorgung mit Impfstoffen. Parallel erlebt das Land gerade den Abbau der Sozialhilfeleistungen sowie der öffentlichen Gesundheits- und Wohnungsförderung, die unter den Vorgängerregierungen bereits erste Anzeichen von Erfolg gezeigt hatten. Es fanden so viele Wechsel in der Regierung statt, dass es allein während der Pandemie vier verschiedene Gesundheitsminister gab.

Wenn das Jahr 2020 ein Jahr des Lernens war, so kann das Jahr 2021 als ein Jahr angesehen werden, in dem Widerstandsfähigkeit und Flexibilität auf die Probe gestellt wurden. Viele vom INSTITUTO MAHLE genehmigte Projekte, die durch die Pandemie unterbrochen worden waren, wurden wieder aufgenommen und es entstanden neue Initiativen, die auf die besonderen Umstände zugeschnitten waren. Die im vergangenen Jahr durchgeführte Verbesserung des Systems zur Projektregistrierung und -bewertung erleichterte die virtuelle Interaktion zwischen den Antragstellern und dem Koordinationsteam des INSTITUTO MAHLE, sodass auch geografisch weit entfernte Initiativen stärker einbezogen werden konnten.

Im Jahr 2021 hat das INSTITUTO MAHLE mit dem Format der öffentlichen Ausschreibungen für den Gesundheitsbereich experimentiert, mit Anreizen für Forschung und Innovation. Dabei soll der Anthroposophischen Medizin im Rahmen der öffentlichen Gesundheitspolitik Brasiliens mehr Raum verschafft werden, denn sie ist bereits Teil der integrativen Praktiken des allgemeinen Gesundheitssystems. In diesem Format werden neue Forschungsvorhaben unterstützt, aber auch bereits durchgeführte oder laufende Projekte, wobei der Schwerpunkt auf innovativen und nachhaltigen Initiativen liegt.

Weiterhin wurden auch Projekte in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Landwirtschaft, Kunst und Kultur unterstützt. Dazu erläutert Oskar Kedor, Präsident des INSTITUTO MAHLE: „In Zeiten der Pandemie ist es noch offensichtlicher geworden, dass unser Handeln eine direkte Antwort auf die dringlichen Bedürfnisse der Gesellschaft sein muss. Wenn wir diese Bedürfnisse gut verstehen, wird auch unsere Fördertätigkeit eine unmittelbare Wirkung für die Menschen in Brasilien erzielen.“

Im Jahr 2021 wurden dem INSTITUTO MAHLE 109 Projekte vorgelegt, von denen 56 bewilligt und mit insgesamt 549.337,35 Euro gefördert wurden. Davon entfielen 34 Prozent auf den Bereich Gesundheit, 33 Prozent auf Bildung, 22 Prozent auf Landwirtschaft und 11 Prozent auf Kunst und Kultur.

> INSTITUTO MAHLE

 

FÜHRUNG, DIE ENTWICKLUNG ERMÖGLICHT

Die Nichtregierungsorganisation Gerando Falcões versucht, eine große Bewegung im brasilianischen Sozialsektor aufzubauen. Basierend auf der Lebensgeschichte ihres Gründers, Edu Lyra, will sie Slums und einkommensschwache Gemeinden bei Veränderungen unterstützen. Mit Unternehmergeist und einem motivierten Team hat das Projekt „Sich selbst als Falke erkennen“ in Brasilien eine beachtliche Dimension erreicht.

Es richtet sich an Fachkräfte im Bildungswesen und fördert ihrer Fähigkeiten. Die Leitung der Organisation hat Kontakt zum INSTITUTO MAHLE aufgenommen, um mehr über die Waldorfpädagogik zu lernen und so ihre Arbeit auf Führungsebene zu vertiefen. Die Programme fungieren als Raum für menschliche Entwicklung, in der Erzieherinnen und Erzieher in ihrer eigenen Gemeinschaft eine Führungsrolle einnehmen und grundlegende Werte wie Bürgerbewusstsein, Teamarbeit, Resilienz und Selbsterkenntnis vermitteln. Pädagoginnen und Pädagogen sollen so zu einem Vorbild für Kinder und Jugendliche werden und diese Aspekte in ihrer pädagogischen Praxis individuell umsetzen.

ORGANISATION: Instituto Gerando Falcões
ROJEKT: Sich selbst als Falke erkennen.