„Lebenslinien im Zeitenwandel“

Eine Vortragsreihe findet ihren Abschluss.

Fünf Abende, fünf Perspektiven auf Europa – und am Ende eine Frage, die so alt ist wie die Idee des freien Menschen selbst: Was hält uns zusammen, und woraus schöpfen wir Kraft? 
Lebenslinien

Mit ihrer Vortragsreihe „Lebenslinien im Zeitenwandel“ hat die MAHLE-STIFTUNG im Frühjahr 2026 erneut einen Gesprächsraum eröffnet, der in seiner Dringlichkeit kaum hätte aktueller sein können.

Im Landesmuseum Württemberg im Alten Schloss zu Stuttgart erkundeten namhafte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter dem Motto „Europas Vermächtnis – Standortbestimmung einer Wertegemeinschaft“ das kulturelle und geistige Fundament Europas.





Den Auftakt machte im Januar Prof. Dr. Andreas Rödder mit einer historischen Bestandsaufnahme des Verhältnisses zwischen Europa und der Welt. Prof. Dr. Michael Sommer plädierte im Februar dafür, das Erbe der Antike nicht als museales Gut, sondern als lebendige Ressource zu begreifen. Im März lotete Dr. Susanne Dieterich das zwiespältige Verhältnis Russlands zu Europa aus – eine Frage, die angesichts des anhaltenden Krieges gegen die Ukraine von schmerzlicher Aktualität war. Im April schließlich warf der Journalist und Historiker Dirk Schümer einen nüchternen und zugleich leidenschaftlichen Blick auf das „Projekt Europa“ – seine Chancen, seine Widersprüche, sein Potenzial des Scheiterns.

Den Schlusspunkt der Reihe bildete am 11. Mai der Vortrag von Prof. Dr. Henrieke Stahl: „Europas Schönheit – die lebendige Gestalt der Freiheit“. Die Trierer Professorin für slavische Literaturwissenschaft knüpfte an Friedrich Schillers Überzeugung an, dass der Weg zur Freiheit durch die Schönheit führt – und entfaltete daraus eine Reflexion über das, was die europäische Geistesgeschichte uns heute über Individualität, Würde und das Fundament demokratischer Gemeinwesen sagen kann. Ein Gedanke, der alles andere als weltfremd klingt, wenn man ihn vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Lage Europas hört.

Mit dem Abschluss dieser Staffel verabschiedete die MAHLE-STIFTUNG auch ihren Schirmherrn: Günther H. Oettinger, ehemaliger EU-Kommissar und Ministerpräsident a.D., hatte die Reihe von Beginn an mit seinem politischen Erfahrungsschatz und seiner europäischen Überzeugung begleitet und geprägt. Ihm gilt der herzliche Dank der Stiftung.


Die Aufzeichnungen der Vorträge finden Sie in unserer Mediathek.